Dem europäischen Gedanken auf der Spur

Eine Bludenzer Schulklasse besuchte ihre Partnerschule in Istanbul

Zwischen dem Bundesgymnasium Bludenz und dem St.-Georgs-Kolleg in Istanbul besteht seit dem Schuljahr 2024/25 im Rahmen des europäischen Bildungsprogramms Erasmus+ eine Schulpartnerschaft. Nach dem Besuch einer Istanbuler Klasse in Vorarlberg im letzten Frühjahr reiste nun eine Bludenzer Schulklasse in die türkische Großstadt. Der Austausch folgt dem Leitgedanken des Lernens in einem interkulturell vernetzten Europa.

Von der Alpenstadt ans Goldene Horn

Im Zentrum der sechs Projekttage in der türkischen Metropole stand die interkulturelle Verständigung. Die Programmpunkte in der Schule und an Lernorten in der Stadt waren in Lernkontexte eingebettet, die den Austausch zwischen den österreichischen und den türkischen Schüler:innen fördern sollten. So ging es von der Vorarlberger Kleinstadt mit rund 16.000 Einwohner:innen in die türkische Großstadt mit rund 16 Millionen Bewohner:innen.

Im Istanbuler Frühling anfangs überraschend kühl, dafür aber umso herzlicher und mit großer Offenheit wurden die Bludenzer Gymnasiast:innen von den Schüler:innen der Partnerschule empfangen. Die Istanbuler Schüler:innen übernahmen die Führung durch das historische Zentrum der Stadt und zeigten den Bludenzer Jugendlichen als Local Guides interessante Orte. Gemeinsam besichtigten die Jugendlichen die Hagia Sophia von außen und besuchten den Topkapı-Palast, die frühere Residenz der osmanischen Sultane. In der riesigen und prachtvollen Palastanlage verging die Zeit wie im Flug. In der Nuruosmaniye-Moschee erfuhren die Schüler:innen Wissenswertes über islamische Sakralgebäude. Von dort ging es in den Großen Basar mit seinem unübersichtlich großen Warenangebot. Durch den Gewürzbasar ging es zurück nach Karaköy.

Von- und miteinander lernen

In der traditionsreichen Istanbuler Schule befassten sich die österreichischen und die türkischen Jugendlichen mit kulturgeschichtlich bedeutsamen Erzählungen in ihren Landessprachen. Für diese Inhalte wählten sie einen Zugang, der keineswegs verstaubt, sondern im Gegenteil höchst aktuell ist: Mithilfe der künstlichen Intelligenz übersetzten sie die Erzählungen in ansprechende Graphic Novels. Neben vielfältigen Aspekten der Digitalisierung setzten sie sich dabei produktiv mit der Übersetzung und Übertragung von Erzählungen im Kontext sprachlicher Vielfalt auseinander.

Weitere Highlights waren eine Erkundung des Kunstmuseums Istanbul Modern, ein Besuch in der berühmten Blauen Moschee, ein Halbtag im Rahmi-Koç-Industrie- und Technikmuseum und ein Ausflug mit der Fähre auf die asiatische Seite der Großstadt.